Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht

Mir wurde kürzlich berichtet, dass sich die Kinder in der Jugendfeuerwehr erzählen „Wird Thomas Wötzel Bürgermeister, dann wird die Feuerwehr abgerissen“.  Die Frage wie es zu solchen Meinungen kommt, spar ich mir zu kommentieren. Wichtiger ist Frage, wie die Freiwillige Feuerwehr gestärkt werden kann, um die gestiegenen Anforderungen des Brandschutzes auch in Zukunft erfüllen zu können.

Mit Bau der Erdgasleitung EUGAL führen bald drei Leitungen durch die Gemeinde (OPAL, JAGAL, EUGAL). Windkraftanlagen in Waldgebieten erhöhen das Risiko von Bränden und sind aufgrund der Höhe praktisch unlöschbar. (04 2019: Windrad im Landkreis Barnim abgebrannt). Die zahlreichen großen Waldbrände in diesem Jahr zeigen dramatisch auf, wie Trockenheit und hohe Temperaturen die Gefahrenlage verändern.

Fahrzeug-/Ausrüstungsbeschaffung und Ausbildung müssen angepasst werden, vor allen aber muss das Engagement der ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und Frauen weiter unterstützt werden.
Das beginnt bei der Jugendarbeit, welche mit qualifizierter Ausbildung, Feuerwehrsport und Kameradschaft die Basis für zukünftige personelle Ausstattung schafft. Doch was hilft es, wenn gut ausgebildete Feuerwehrleute wegziehen müssen, wenn die Voraussetzungen für Arbeitsplatz und Wohngrundstücke am Ort nicht mehr gegeben sind.

Trotz Beschluss der Gemeindevertretung das Einheimischenmodell umzusetzen, bleibt der Bürgermeister mit Verweis auf die komplizierte Rechtslage untätig. Dabei könnte dieses Modell mit dem Ziel der vorrangigen Deckung des Wohnbedarfs für ortsansässige Bevölkerung ein Teil der Lösung sein. Bayern macht es vor und hat bereits seit Februar 2017 eine rechtliche Möglichkeit geschaffen. Hier wird neben der Ortsansässigkeit auch ehrenamtliches Engagement und Einkommen zur Entscheidung bei der Vergabe von Gemeindegrundstücken berücksichtigt.

Auch die Unterstützung der ortsansässigen Unternehmen und damit Schaffung neuer Arbeitsplätze hat bisher keine Priorität. Mit dem GVZ Berlin Ost in Freienbrink wurden zwar neue Arbeitsplätze im Transport und Logistikbereich geschaffen – eine Branche bei der menschliche Arbeitskraft durch Automatisierung zunehmend abgebaut wird – doch welchen Einfluss hat die Gemeinde darauf genommen?

Mit Entwicklung des Gewerbegebiets und dem zunehmenden Verkehr auf Autobahnen und Landstraßen, werden die Anforderungen und die Häufigkeit der Feuerwehreinsätze auch zukünftig weiter steigen.

Gut wenn man sich auf die Feuerwehr verlassen kann, besser wenn dies auch ausreichend anerkannt und unterstützt wird. Am besten aber ist es, wenn neben dem Ehrenamt auch Hauptamtliche Stellen entstehen, um gut ausgebildeten Feuerwehrleuten eine langfristige Perspektive im Ort zu ermöglichen – eine Aufgabe die Unternehmen und Gemeinde gemeinsam angehen können.

Fazit:

Nein, ich habe nicht vor die Freiwillige Feuerwehr zu schwächen – im Gegenteil, wir müssen die Voraussetzungen schaffen damit die Leistungsfähigkeit auch in Zukunft erhalten bleibt. Dabei ist Jugendarbeit, professionelle Ausbildung, leistungsfähige Fahrzeuge und Ausstattung eine wichtige Voraussetzung. Am Wichtigsten ist es aber Arbeit, Wohnen und Ehrenamt an einem Ort zu entwickeln.

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